Allerlei Philospohie

Breaking Bad

Immer noch habe ich gelegentlich Entzugserscheinungen nach exzessivem Breaking Bad-DVD-Konsum … Die Abende auf dem Sofa sind seit dem so „leer“. Wäre es nicht denkbar, dass Walter White seinen Tod nur perfekt inszeniert und vorgetäuscht hat und in einer neuen Nachfolge-Serie wieder „aufersteht“? Mir erscheint das als einzig logische Erklärung für die gesamte Serie! Er, das Genie der Chemie hat nebenbei ein Medikament entwickelt, welches den Krebs sicher besiegt (Er hatte alle Mittel dazu!). Dann hat er ein Mittel entwickelt, welches ihn sicher tot erscheinen lässt. Er wird schließlich beigesetzt und zwei Tage später kommt Jesse und gräbt in aus. Die beiden tauchen zusammen wieder in New Hampshire unter … um von dort ganz neu zu starten. Da sie aber nun absolut gar nichts mehr zu verlieren haben, drehen sie den Spieß um und werden zu „Rächern“ und lassen nach und nach die ganze Drogenmafia in Nord- und Südamerika hoch gehen. Die DIA sieht diesem ratlos und fassungslos zu und hat aber keine Ahnung, wer da ihr „Geschäft“ mit anderen Mitteln betreibt. Mit diesem Ende würde der Name „Breaking Bad“ eine neue Bedeutung gewinnen: „Das Böse durchbrechen“. Ach und Saul Goodmann taucht irgendwo wieder auf: als Prediger in einer dieser amerikanischen Freikirchen … und es ist nicht sicher, ob er wirklich nur predigt …

Dialogprozess II

Am Rande des Dialogprozesses: Da werden immer wieder im und nach und trotz dem Dialogprozess kritische Fragen gestellt und Veränderungen gefordert. Klar, denn der Dialogprozess war und ist ja noch kein Konzil! Wenn man dann aber versucht, zu erklären, warum etwas so oder so ist (noch oder auch schon längst!), dann wird einem ganz schnell nicht mehr zugehört. So z.B. bei der Frage, warum evangelische Christen nicht in einer katholischen Eucharistiefeier zur Kommunion dürften: man erklärt, dass jeder Christ, wenn er das Hochgebet innerlich nachvollziehen kann, den Leib und das Blut Christi empfangen dürfe. Ungläubiges, wortloses Staunen! Dann, nach Zeiten, kommen die gleichen Fragen von den gleichen Leuten wieder auf den Tisch! Woran liegt das? War die Erläuterung nicht nachvollziehbar, zu kompliziert? Wurde aneinander vorbei geredet? Oder will man sich garnicht auf die Antwort einlassen, weil man dann sich und seine bisherige Haltung des Widerspruchs aufgeben muss? Oder sind die Menschen heute gar nicht mehr bereit, sich für die Dinge des Glaubens kognitiv und spirituell anzustrengen, sich um Antworten und Wahrheiten zu bemühen wenn es nicht von vornherein die eigenen sind? Gefragt wird auch: „Wie kommen wieder mehr Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche in die Kirche?“. Diese Frage wird sehr oft gestellt, wenn über unsere Kirche und ihre Zukunft diskutiert wird. „Wenn die Eltern nicht in ihrer Erziehung dahinter sind, dann kommen die Kinder nicht.“ so oder ähnlich hört man‘s dann aus vielen Mündern. Die Forderung scheint im Raum zu stehen, dass man die Eltern angehen müsse, dass sie ihre Kinder gefälligst religiös zu erziehen und Sonntags in die Kirche zu bringen hätten. Ist diese Forderung realistisch? Ist das nicht fast so naiv wie der Versuch anderer religiöser Gemeinschaften, am hellen Tage an der Haustüre Menschen für ihre Sache (ihren Glauben?) zu gewinnen? Im Ernst: welche Eltern, die selber nicht mehr kirchlich sozialisiert sind, würden sich von solch einer Forderung angesprochen fühlen? Was bleibt? Vielleicht dies: dort wo Kinder in unseren Gemeinden auftauchen, ihnen mit Interesse, mit Wertschätzung zu begegnen. Ihnen das Gefühl geben, dass sie willkommen sind, dass sie gefördert und gefordert werden, dass Gemeinde ein Ort ist wo man SEIN darf! Eine Frau berichtete von einem Jungen, der regelmäßig allein (ohne Eltern) aus einem Teilort zum Ministrieren kommt. Sie spricht ihn an, interessiert sich für ihn, lobt ihn, zeigt ihm, dass er wahrgenommen, wertgeschätzt und willkommen ist. Dies wird vielleicht dem Jungen in seiner Entscheidung helfen, allein Sonntags den Weg zum Gottesdienst auf sich zu nehmen – und der Gemeinde, einen engagierten Ministranten in den eigenen Reihen zu wissen.Auch das wird angefragt: „Das Wort ”katholisch” im Glaubensbekenntnis grenzt die anderen Christen aus.“ Man meint, das Glaubensbekenntnis dahingehend entschärfen zu müssen, dass man statt „katholische“ („ ... die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche ... “) lieber „christliche Kirche“ sagen müsse, weil man ja die evangelischen Christen nicht ausgrenzen oder brüskieren wolle. Dahinter steckt dann eigentlich Unwissen bei vielen (auf allen konfessionellen Seiten) darüber, was „katholisch“ eigentlich heißt: „das Ganze betreffend“, „allgemein“. Also genau das Gegenteil von dem, was befürchtet wird. Wer also das Glaubensbekenntnis mit dem Wort „katholisch“ spricht, der grenzt eben nicht evangelische Christen aus, sondern nimmt sie – und nicht nur sie sondern in gewisser Weise alle Menschen – mit hinein in seinen Glauben. Ganz abgesehen davon wird hier ja nicht von der römisch-katholischen Kirche, der Amtskirche gesprochen sondern von der mystischen Kirche, die mehr ist als die in dieser Gegenwart existierende römisch-katholische Amts-Kirche. Hier kommt man dann zur Frage, was eigentlich Kirche ist … Was bei alldem noch nachdenklich macht: Bei solcherlei mangelndem Wissen in fundamentalen Dingen wird aber im gleichen Umfeld, auf gleicher Gesprächsebene im Zuge des Dialogprozesses darüber diskutiert oder gar gefordert, was und wie sich die Kirche (die römisch-katholische) zu verändern hat. Es wird u.a. über Ämter und Strukturen dieser Kirche gestritten und geklagt und hat dabei nicht im Blick, dass hier nicht über irgend eine x-beliebige gesellschaftliche Gruppierung, irgend ein Verein geredet wird, sondern über eine Kirche, also eine heilige, sakramentale, zeichenhafte Gemeinschaft, in der es nicht primär um Strukturen, um Angepasstheit und Gleichheit, um Funktionieren in und mit gesellschaftlichen Normen geht, sondern die zu allererst auf den Höchsten verweist. Kirche kann in ihren wesentlichen Dimensionen niemals demokratisch, mehrheitlich, weltlich angepasst, begründet werden. Nicht die Menschen in der Kirche bestimmen was und wie Kirche ist, sondern der der sie ins Dasein rief und ruft. Sonst könnte es ja z.B. sein, dass irgendwann, weil in der breiten gesellschaftlichen Norm so üblich, die Menschen in der Kirche darüber abstimmen, ob es noch einen Gott gibt oder nicht. Auch die aktuelle, viel diskutierte Frage, wer wann wie Priester, Diakon, oder gar Bischof werden kann, ist nicht eine rein säkulare, rationale Frage wie z.B. in einem Unternehmen. Es „darf“ in der Kirche nicht einfach jede/r Priester werden wie man anderweitig Ingenieur oder Wissenschaftler oder Politiker oder sonst was wird, sondern man wird berufen: nicht zu einem Beruf „Priester“ sondern zu einem religiösen Dienst, der Berufung ist; nicht um einen „Job“ in einem Unternehmen zu machen mit dem man Geld verdienen und seinen (sozialen) Neigungen nachgehen kann, sondern in allererster Linie um einen priesterlichen Dienst in der Kirche zu vollziehen zu dem man sein restliches Leben bestimmt ist und der einen in einen religiösen Stand versetzt der, zeichenhaft und wesenhaft, auf etwas höheres verweist (dies übrigens auch wie die kirchliche Ehe ... die ja auch mehr ist als eine standesamtliche).

Was Du nicht willst ...

„Was Du nicht willst, dass man …“. Umkehrung: "Was du nicht willst, dass man es Anderen tut, das füge auch dir selbst nicht zu!"

Spara

Dr Oborschwob häd gsaid: „Mir missad spara!“ Dem sei Nochbor häd dodruff gsaid: „Schofseggel! –Wenn älles zdeuer isch, isch d beschd Sparmethode, sich kombled selbschd abzomschaffa – weil no brauchsch nix me!“

Sindone

Je mehr die Wissenschaft forscht, um so mehr, so scheint es, wird ausgeschlossen, dass das Grabtuch von Turin Menschenwerk ist. Aber erklären, was es ist, kann die Wissenschaft auch nicht. Drängt sich die philosophische oder theologische Frage auf, ob der gegen absolut gehende Ausschluss von negativen Befunden letztlich ein Zeugnisse für die Echtheit ist. Wenn es aber echt ist, was auch für einen rational denkenden Menschen immer schwerer nicht zu Glauben ist, was macht das dann mit uns? Beraubt es uns dann unserer Freiheit zu Glauben was wir wollen? Was ist dann mit all jenen, die Atheist oder gar Gläubige einer anderen herkömmlichen Religion sind? Was, wenn Nathan der Weise sich geirrt hat? Spannende Frage! Der Glaube der Christen würde erstarken, auf Kosten des Weltfriedens – den es eh nicht gibt!? Was ist zu gewinnen, was steht auf dem Spiel? Gibt es eine Wahl? Bekommt da Matthäus Kapitel 27, Vers 51 nicht nur eine bildhafte sondern gar eine prophetische Aussage, wenn dort steht: »Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich.«? Was steht da in der Apokalypse? Mehr zum Sindone unter: http://www.volto-santo.com/News/news.html

Leere und Stille

In Anlehnung an „Krug und Stille“: So wie eine Zeichnung oder ein Gemälde auf einem leeren Papier oder auf einer weißen Leinwand entsteht und darauf lebt, so ist die Stille der Grund, auf dem Wort und Musik oder auch Gesang und Gebet Gestalt annimmt und lebt. Allzu oft wirkt dann Klatschen oder sonstiges Kommentieren im Gottesdienst oder in einem Konzert wie ein Bilderrahmen, der nicht zum Bild passt und der, statt das Bild zu halten, seine ganze Schönheit stört oder gar zerstört.

Herbstlaub

Es fallen die Blätter, die bunten, vom Wind gelöst zur Erde nieder. Mit dem Besen vereine ich sie, zu einem großen Haufen. Leuchtend liegt er da, Frucht des Sommers, Ernte des Herbstes und Zeuge meiner Arbeit. Fährt der Wind, der sie gelöst noch einmal drüber, und löst sie wieder. Löst den Zeugenberg meiner Mühen auf, zerstäubt ihn in alle Winden Richtungen. Doch ich, der bemüht ist, der Welt Ordnung zu geben, ergreife erneut den Besen. Sammle wieder was gelöst, häufe wieder was Zeugnis geben wird von meiner Arbeit. Doch welch Schöpfers Chaoskräfte walten in einem fort! Wieder, immer wieder fahren sie über meines Laubes Hort, Tragen jedes Blatt immer wieder an einen andren Ort! Was soll ich tun? Das Laub schon vor dem Herbst vom Baume reißen? Den Wind mit unbekannten Kräften binden? Dem Besen in der Rechten, einen Besen in der Linken zur Seite stellen? Das Laub mit Steinen beschweren oder mit Leimen hindern? So ziehe ich betrübt von dannen, lass stehen alle Besen. Wie ich so laufe fort, sehe ich an einem schatt‘gen Ort, wie der Wind von ganz allein, sammelt alles Laub nun ein. Hängen bleibt‘s wie von Geisterhand an einer großen Steinenwand. Was bin ich? Was andres als ich denk? Was Richtiges am falschen Ort? Was Falsches am richtigen Ort? Zu klein, zu langsam, zu dumm? Nichts von alle dem! Macht ich nur die Augen auf, und sehe nicht mein, sondern der Dinge Lauf. Nehm an, was gegeben ist, und kämpf nicht weiter an, gegen Winde die nicht zu bänd‘gen sind. Und wie ich so sitze und sehe, die Dinge so langsam verstehe, erkenne ich mit einem Stechen im Herzen und doch voll Erleichterung: Dies Geschehen steckt nicht nur im Laub. Überall begegnet‘s mir – der Wind, es ist das Leben, das lebendiger ist, als ich es mir erlaub.

Das Nichts, das Sein und das Universum in seiner immer schnelleren Ausdehnung

Das Nichts ist nicht das Nichtvorhandensein von etwas – so wie z.B. die Dunkelheit das nicht Vorhandensein von Licht ist – denn die Dunkelheit definiert sich durch bzw. bezieht sich auf etwas, nämlich das Licht. Somit ist Dunkelheit auch etwas. Das Absolute Nichts aber ist nur dann nichts, wenn es in keinem Bezug zu irgendetwas steht. Da es aber etwas gibt, nämlich alles was ist, ob Staubkorn, Gedanke, oder Universum, kann es in unserer Realität das absolute Nichts nicht geben (also auch nicht den Tod). Wenn es aber das Absolute Nichts einmal vor allem was ist gegeben haben sollte – und das ist dann auch schon wieder ein Bezug – dann hielte dass Nichts sich selbst nicht aus, dass absolute Nichts würde in sich selbst verschwinden. Eine Implosion des Nichts in sich selbst. Aus dieser Implosion würde aufgrund der Tatsache dass eine Implosion etwas ist, etwas entstehen, nämlich das Gegenteil: eine Explosion des Sein. Dieses Sein wäre das Gegenteil von Nichts und in letzter Konsequenz unendlich. Demnach wäre der Urknall nicht eine Ausbreitung von einer begrenzten Menge von Elementen sondern eine unendliche Neuentstehung und Ausbreitung von Existenz. Die Erschaffung der Welt dauert also noch an?!

Brüder und Schwestern

„Liebe Brüder“ oder „Liebe Schwestern und Brüder“. Die Bemühungen um Gleichberechtigung von Mann und Frau haben auch dazu geführt, dass von Lektorinnen und Lektoren beim Vortragen der Lesungen (Perikopen) die Grußworte „Liebe Brüder“ erweitert wird in „Liebe Schwestern und Brüder“, meist ist dies in den Gemeinden unter Lektorinnen und Lektoren und Gemeindeleitern so abgesprochen. Begründung: mit den Texten sollen alle Hörerinnen und Hörer unserer Zeit angesprochen werden. Was ist jedoch mit dem weiteren Inhalt, wenn wie z.B. jetzt am Hochfest der Gottesmutter Maria in Gal, 4,4-7 auch im weiteren Text die Rede von „Sohnschaft“ und „Söhnen“ ist? In der Weiterführung obigen Denkens müssten dann auch hier von der Lektorin und vom Lektor „Tochterschaft“ und „Töchtern“ eingefügt werden – damit sich in unserer heutigen Zeit alle nicht nur von der Anrede zu Beginn, sondern auch vom Inhalt des Textes selbst angesprochen fühlen. So müsste auf die Spitze getrieben in aller letzter Konsequenz gar im Evangelium des gleichen Tages Lk 2, 16-21 dann den Hirten auch noch die Hirtinnen zugefügt werden … spätestens hier wird deutlich, dass die Lektorin oder der Lektor nicht eine politisch korrekte Rede vorträgt sondern ein historisches Zeugnis, welches zuallererst an die zur entsprechenden Zeit lebenden Zuhörer gerichtet und in eben dem damaligen Sprach- und Kulturkontext gehalten war. Gerade z.B. die vielen Briefe des Paulus waren an ganz konkrete Zeitgenossen (und Zeitgenossinnen) gerichtet. Es ist Sache der oder des Auslegenden, der Predigerin oder des Predigers, die historische Botschaft ins heute zu übersetzen, in ihrer oder seiner Predigt, nicht aber schon im Vortrag des Lesungstextes selber. Sonst könnten wir bei vielen anderen Texten, auch an denen des Ersten Testamentes, schon beim Vortrag selber den Rotstift sowohl bei der Anrede als auch der inhaltlichen Aussage ansetzen. Wir würden dann – egal ob Mann oder Frau – z.B. statt „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ lesen: „Wenn Dir Eine oder Einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihr oder ihm auch die linke hin“. Dies wäre Anmaßung, genau so eine Zeit ausblendende Vereinnahmung, ja gar Verfremdung von Erstem Testament durch das „drüberlesen“ des Zweiten Testamentes, der Perikopen wie der Epistel, durch die Brille unserer heutigen, von der Gleichberechtigung geprägten Zeit. Die Bibel mit ihren vielen Reibungen sollte im Rezipieren nicht geglättet, historische Inhalte nicht ausgefiltert werden, den sie soll nicht verharmonisieren sondern wachrütteln. Davon unberührt bleibt, dass sie durch unser Zeugnis in unsere Zeit durch unser Leben und unsere Auslegung übersetzt werden muss. Sie muss nicht zurecht formuliert werden, sondern unser heutiges Leben anhand ihrer Worte durchleuchtet werden. Dabei leuchtet ihr Licht in tiefere Schichten als der nach der Frage, wer zu welcher Zeit gemeint war, ob Paulus damals schon unsere gleichberechtigten Frauen von heute gemeint hat oder nicht. Im Kontext sind wir immer alle gemeint – egal ob Männlein und/oder Weiblein. Die geneigte Leserin und/oder der geneigte Leser möge bzw. mögen mir nachsichtig sein: dies war ein anstrengend zu schreibender Gedanke, aber mit einem zwinkernden Auge geschrieben …

Nikolaus

Bitte keinen Nikolaus, oder: warum ist ein unsichtbarer Nikolaus der bessere Nikolaus? Kinder sehen den Nikolaus auf der Strasse, im Kaufhaus, im Kindergarten oder auch zu Hause. Mal sieht er aus wie der Weihnachtsmann, mal wie ein derangierter Bischof, mal entdeckt man hinter dem Bart einen zu jungen Studenten, mal den Onkel oder den Pfarrer. Kinder sind nicht so naiv, als dass sie das nicht durchschauen. Aus dem Mysterienspiel wird leider oft billiges Schauspiel. Der Hl. Bischof Nikolaus wird zu einer albernen verfälschenden Witzfigur. Ist es da nicht eindrucksvoller, wenn der Nikolaus selber gar nie gesehen wird? Weil er dann eine Größe bleibt, der ich mich immer wieder neu nähern muss und die doch immer wieder sich meinem Begreifen entzieht? Eine Größe, die immer ein Geheimnis und damit etwas heiliges bleibt? Ist es nicht viel faszinierender immer wieder nur die Spur von ihm zu entdecken, und diese nur zu Hause vor der eigenen Haustür, so wie es nach der Erzähltradition tatsächlich beim Hl. Bischof Nikolaus war? Selbst wenn Kinder irgendwann auch hier ahnen, dass die Eltern dahinter stecken, bleibt doch hier mangels Beweisen immer so etwas wie ein Restverdacht, dass hinter allem doch letztendlich der wahre Nikolaus steht – was ja auch stimmt!

Orgel – Welt

Nur weil nicht das Geschieht, was wir von einem Gott erwarten, … … können wir nicht sagen: „Es gibt keinen Gott“. Denn vielleicht ist es so: Gott würde ja gerne etwas tun, aber wir lassen es nicht zu, weil wir zu sehr voll sind von dem, was wir glauben, was richtig wäre zu tun – so voll, dass Gottes Tun gar keinen Platz mehr hat in unserer Welt. Vielleicht kann Gott erst dann handeln, wenn wir aufhören zu handeln, wenn wir wahrhaft loslassen und akzeptieren, dass wir nicht das Größte und einzige sind im Universum.

Paradoxon

Paradoxon: Je mehr man arbeitet um so weniger kommt man zum Schaffen!

Wirklichkeit

Was ist Wirklichkeit, was ist Realität? Wir halten Träume, Gedanken, Geschichten, Einbildungen ja die Frage, was nach dem Tod ist, oft für nicht real, für nicht Wirklich, nicht von dieser Welt. Aber ist nicht alles was IST – und eben auch Gedanken SIND – aus einem Gedanken entsprungen? SIND Gedanken, Träume nicht auch genauso, wie all das, was wir als Wirklichkeit erleben? Ist nicht ALLES, weil es IST, real? Und die einzige Unterscheidung die wir machen können, ist die, dass es materialisierte und nicht materialisierte Gedanken gibt? Welcher Maßstab aber könnte darüber urteilen, welche Form des Seins die wirklichere ist? Ist dies nicht einzig eine Frage des Standpunktes?

Klavier

Mit der Schöpfung, aber auch mit unserem Glauben und mit unserer Freiheit ist es wie mit einem Klavier: das Klavier ist mit all seinen Tasten gegeben, von einem Klavierbauer in viel Liebe, Sorgfalt und Verständnis für Töne geschaffen. Die Tasten sind in ihrer Zahl begrenzt und in ihrer Anordnung, in ihrem Klang, in ihrer Tonlage festgelegt. Aber der, der auf ihnen spielt, hat alle Möglichkeiten, aus diesem klaren, begrenzten Rahmen eines Klaviers unendliche Melodien zu erschaffen.