Nikolaus

Bitte keinen Nikolaus, oder: warum ist ein unsichtbarer Nikolaus der bessere Nikolaus? Kinder sehen den Nikolaus auf der Strasse, im Kaufhaus, im Kindergarten oder auch zu Hause. Mal sieht er aus wie der Weihnachtsmann, mal wie ein derangierter Bischof, mal entdeckt man hinter dem Bart einen zu jungen Studenten, mal den Onkel oder den Pfarrer. Kinder sind nicht so naiv, als dass sie das nicht durchschauen. Aus dem Mysterienspiel wird leider oft billiges Schauspiel. Der Hl. Bischof Nikolaus wird zu einer albernen verfälschenden Witzfigur. Ist es da nicht eindrucksvoller, wenn der Nikolaus selber gar nie gesehen wird? Weil er dann eine Größe bleibt, der ich mich immer wieder neu nähern muss und die doch immer wieder sich meinem Begreifen entzieht? Eine Größe, die immer ein Geheimnis und damit etwas heiliges bleibt? Ist es nicht viel faszinierender immer wieder nur die Spur von ihm zu entdecken, und diese nur zu Hause vor der eigenen Haustür, so wie es nach der Erzähltradition tatsächlich beim Hl. Bischof Nikolaus war? Selbst wenn Kinder irgendwann auch hier ahnen, dass die Eltern dahinter stecken, bleibt doch hier mangels Beweisen immer so etwas wie ein Restverdacht, dass hinter allem doch letztendlich der wahre Nikolaus steht – was ja auch stimmt!

Orgel – Welt

Nur weil nicht das Geschieht, was wir von einem Gott erwarten, … … können wir nicht sagen: „Es gibt keinen Gott“. Denn vielleicht ist es so: Gott würde ja gerne etwas tun, aber wir lassen es nicht zu, weil wir zu sehr voll sind von dem, was wir glauben, was richtig wäre zu tun – so voll, dass Gottes Tun gar keinen Platz mehr hat in unserer Welt. Vielleicht kann Gott erst dann handeln, wenn wir aufhören zu handeln, wenn wir wahrhaft loslassen und akzeptieren, dass wir nicht das Größte und einzige sind im Universum.

Kaiser – Musik – Entweltlichung

Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser und Gott, was Gott gehört: Welche Musik ist die wahre liturgische Musik? Da produzieren Interpreten, welche sich „Gregorian – Masters of Chant“ nennen, mehrfach prall gefüllte CD‘s mit weltlichen Hits gesungen im Stil gregorianischen Gesanges. Und alle Welt, ob kirchlich sozialisiert oder nicht, kauft diese Musik. Warum? Vermutlich deshalb, weil ihnen das besondere, das ungewöhnliche an diesen eigentlich schon tausendmal gehörten Hits gefällt. Sie alle spüren, dass die „Sprache“ dieser „gregorianischen Interpretation“ etwas besonderes ist, etwas, was dem schon tausendmal gehörten einen anderen „Mehrwert“, eine andere Dimension gibt. Diese „Gregorians“ tun dies sehr erfolgreich! Und was tun „Kirchens“? Wir Liturgie-Verantwortlichen tun genau das umgekehrte: Wir packen geistliche, liturgische Texte in eine musikalische Sprache, die sich an weltliche Musik anlehnt, sie nachahmt, meist aber damit weit hinter dem bleibt, was tatsächliche weltliche Musik vermag. Man will vermutlich modern, zeitgemäß und jugendlich wirken. Erfolgreich? Viele Jugendliche, die nicht kirchlich sozialisiert sind, die mit solcherlei Musik bei Firmungen und anderen Events beglückt werden, zucken mit den Schultern oder machen sich sogar lustig darüber weil sie die Anbiederung dahinter erkennen. Auch hier täte eine „Entweltlichung“ gut.

Paradoxon

Paradoxon: Je mehr man arbeitet um so weniger kommt man zum Schaffen!

Wirklichkeit

Was ist Wirklichkeit, was ist Realität? Wir halten Träume, Gedanken, Geschichten, Einbildungen ja die Frage, was nach dem Tod ist, oft für nicht real, für nicht Wirklich, nicht von dieser Welt. Aber ist nicht alles was IST – und eben auch Gedanken SIND – aus einem Gedanken entsprungen? SIND Gedanken, Träume nicht auch genauso, wie all das, was wir als Wirklichkeit erleben? Ist nicht ALLES, weil es IST, real? Und die einzige Unterscheidung die wir machen können, ist die, dass es materialisierte und nicht materialisierte Gedanken gibt? Welcher Maßstab aber könnte darüber urteilen, welche Form des Seins die wirklichere ist? Ist dies nicht einzig eine Frage des Standpunktes?

Krug – Stille

Was ist wichtiger an einem Krug voll Wasser: das Wasser oder der Krug? Natürlich das Wasser, aber ohne Krug könnten wir das Wasser nicht trinken, würde das Wasser zwischen den Händen zerrinnen und im Boden versickern. Was der Krug für das Wasser ist, das ist die Stille für das Wort, für das Gebet, für die Musik, für den Gesang. Es braucht einen Moment der Stille davor und danach, denn sonst wird der tiefere Sinn des Gehörten mit dem nächsten Geräusch schon wieder zerstört. Die Stille hüllt das Gehörte ein, gibt ihm Raum und Halt – wie ein Krug.

Kreuz

Wer das Kreuz als Zeichen der Unterdrückung und Gewalt, als Instrument der Indoktrination sieht, betrachtet es aus der Perspektive derer, die ihm gegenüber stehen und es als Folter- und Mordinstrument einsetzten – gleich den römischen Besatzern, die Jesus ans Kreuz nagelten. Als Christ kann man das Kreuz aber aus der Sicht Jesu oder auch des Mannes betrachten, der neben Jesu gekreuzigt um dessen Erbarmen bittet. Also vom Kreuz des Einen zum Kreuz des Anderen. Dann ist das Kreuz das Zeichen größtmöglicher Solidarität mit allen Menschen, die Opfer oder missbrauchtes Werkzeug von Gewalt und Unterdrückung sind. Dann wird das Kreuz zum Protest gegen Unterdrückung und Gewalt, wird Zeichen der Hoffnung.

Es gibt keinen Gott

Nur weil nicht das Geschieht, was wir von einem Gott erwarten, können wir nicht sagen: „Es gibt keinen Gott“. Denn vielleicht ist es so: Gott würde ja gerne etwas tun, aber wir lassen es nicht zu, weil wir zu sehr voll sind von dem, was wir glauben, was richtig wäre zu tun – so voll, dass Gottes Tun gar keinen Platz mehr hat in unserer Welt. Vielleicht kann Gott erst dann handeln, wenn wir aufhören zu handeln, wenn wir wahrhaft loslassen und akzeptieren, dass wir nicht das Größte und Einzige sind im Universum.